Tipps zum Schutz vor Elektrosmog
Elektromagnetische Felder entstehen überall dort, wo elektrische Geräte, Leitungen oder Funktechnik verwendet werden. Wie stark die Felder an einem bestimmten Ort sind, hängt unter anderem von der Quelle, dem Abstand und den Betriebsbedingungen ab.
Mit einfachen Maßnahmen lässt sich die Exposition gegenüber bestimmten elektromagnetischen Feldern häufig reduzieren. Entscheidend ist, die Quellen zu kennen und die Maßnahmen dort einzusetzen, wo sie tatsächlich sinnvoll sind.
Die 4-A-Regel: Abstand, Aufenthaltsdauer, Abschirmung und Abschalten
1. Abstand halten
Mit zunehmendem Abstand nimmt die Feldstärke vieler Quellen ab. Schon eine kleine Veränderung der Position kann daher einen Unterschied machen.
- Stellen Sie WLAN-Router und andere Funkgeräte nicht unmittelbar neben Ihren Sitz- oder Schlafplatz.
- Halten Sie beim Telefonieren Abstand zum Smartphone, indem Sie die Freisprechfunktion oder ein geeignetes Headset verwenden.
- Platzieren Sie elektrische Geräte und Netzteile nicht direkt neben Bereichen, in denen Sie sich längere Zeit aufhalten.
2. Aufenthaltsdauer verkürzen
Wenn Sie den Aufenthalt in unmittelbarer Nähe einer bestimmten Quelle reduzieren, können Sie auch die Dauer der Exposition verringern.
- Verwenden Sie das Smartphone bewusst und vermeiden Sie unnötig lange Telefonate.
- Legen Sie das Smartphone nachts nicht direkt neben das Bett.
- Schalten Sie Funkverbindungen ab, wenn Sie diese nicht benötigen.
- Lassen Sie bei Bedarf die elektromagnetischen Felder an Ihrem Schlafplatz messen, um mögliche Quellen besser beurteilen zu können.
3. Abschirmung gezielt einsetzen
Bestimmte Materialien können elektromagnetische Felder abschwächen. Welche Lösung geeignet ist, hängt von der Art des Feldes und seiner Quelle ab.
Mögliche Maßnahmen sind beispielsweise:
- Abschirmmaterialien für Wände, Fenster oder Vorhänge bei geeigneten hochfrequenten Feldern.
- Speziell geschirmte Kabel und Elektroinstallationsmaterialien zur Reduzierung bestimmter elektrischer Felder.
- Fachgerecht ausgewählte und installierte Abschirmlösungen für konkrete Belastungssituationen.
Eine Abschirmung sollte nicht auf Verdacht eingebaut werden. Zuerst sollte geklärt werden, welche Felder vorhanden sind und woher sie kommen. Bei Funkquellen kann eine Abschirmung außerdem den Empfang verschlechtern, sodass ein Mobiltelefon seine Sendeleistung unter Umständen erhöht.
4. Abschalten von nicht benötigten Geräten
Das Abschalten ist oft eine einfache Möglichkeit, bestimmte elektromagnetische Felder zu reduzieren – sofern die betreffende Quelle dadurch tatsächlich deaktiviert wird.
- Schalten Sie WLAN und andere Funkverbindungen aus, wenn Sie sie nicht benötigen.
- Trennen Sie nicht benötigte Elektrogeräte vom Stromnetz, sofern dies sicher und praktikabel ist.
- Vermeiden Sie unnötig eingeschaltete Geräte in unmittelbarer Nähe Ihres Schlaf- oder Arbeitsplatzes.
- Wenn Sie elektrische Felder an der Elektroinstallation reduzieren möchten, kann ein Elektrofachbetrieb prüfen, ob ein Netzabkoppler für die betreffende Installation geeignet ist.
Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt von der tatsächlichen Belastung ab. Bei einer professionellen Elektrosmogmessung vor Ort lassen sich relevante Quellen und mögliche Ansatzpunkte für eine Reduzierung besser erkennen.
Tipps zur Vermeidung von Handystrahlung
Das Smartphone ist eine mögliche Quelle hochfrequenter elektromagnetischer Felder. Wie stark es funkt, hängt unter anderem davon ab, wie Sie es nutzen und wie gut der Empfang ist.
Mit einigen einfachen Verhaltensweisen können Sie die Funkaktivität und den direkten Kontakt mit dem Gerät reduzieren:
- Smartphone nachts ausschalten: Wenn Sie es nachts nicht benötigen, können Sie es ausschalten oder den Flugmodus aktivieren.
- Abstand zum Körper halten: Tragen Sie das Handy möglichst nicht dauerhaft direkt am Körper. Eine Tasche bietet eine Alternative zur Jacken- oder Hosentasche.
- Auf guten Empfang achten: Bei schwachem Mobilfunkempfang kann das Smartphone seine Sendeleistung erhöhen. Telefonieren Sie nach Möglichkeit an Orten mit gutem Empfang.
- Freisprechfunktion oder Headset verwenden: So müssen Sie das Smartphone beim Telefonieren nicht direkt an den Kopf halten.
- Bluetooth nur bei Bedarf einschalten: Wenn Sie Bluetooth-Kopfhörer oder andere Bluetooth-Geräte nicht verwenden, können Sie die Verbindung deaktivieren.
- Nicht benötigte Apps überprüfen: Schränken Sie Hintergrundaktualisierungen und automatische Datenübertragungen ein, wenn Sie diese nicht brauchen. Das kann unnötige Funkaktivität reduzieren, abhängig von der jeweiligen App und Geräteeinstellung.
- Beim Laden Abstand halten: Legen Sie das Smartphone während des Ladevorgangs nicht direkt neben den Kopf.
Auch Ladegeräte und Netzteile können elektrische oder magnetische Felder erzeugen. Wie stark diese am jeweiligen Standort sind, hängt unter anderem vom Gerät, der Installation und dem Abstand ab.
Tipps zur Vermeidung von Elektrosmog am Schlafplatz
Im Schlafzimmer verbringen wir viele Stunden. Deshalb lohnt es sich, mögliche Feldquellen in diesem Raum genauer anzusehen. Oft lassen sich bereits durch eine andere Platzierung oder die gezielte Abschaltung von Geräten Veränderungen erreichen.
- WLAN nachts deaktivieren: Wenn Sie nachts keine drahtlose Verbindung benötigen, können Sie den Router ausschalten. Achten Sie darauf, ob andere Geräte auf die Verbindung angewiesen sind.
- Das Handy aus dem unmittelbaren Bettbereich entfernen: Platzieren Sie das Smartphone möglichst nicht im Schlafzimmer. Wenn Sie es als Wecker verwenden, können Sie den Flugmodus aktivieren oder einen größeren Abstand einhalten.
- Elektrogeräte nicht direkt am Bett aufstellen: Halten Sie nach Möglichkeit Abstand zu Fernsehern, Radios und anderen netzbetriebenen Geräten.
- Steckdosenleisten und Netzteile sinnvoll platzieren: Verlegen Sie Verlängerungskabel und Netzteile nicht unnötig nahe an Ihrem Schlafplatz. Auch hier hängt die tatsächliche Feldstärke von den jeweiligen Bedingungen ab.
- Einen geeigneten Wecker verwenden: Bei netzbetriebenen Weckern können je nach Bauart elektrische oder magnetische Felder auftreten. Ein batteriebetriebener Wecker kann eine einfache Alternative sein.
Weiterführende Maßnahmen:
Wenn Sie die Belastung am Schlafplatz gezielter reduzieren möchten, können zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sein. Welche davon geeignet sind, sollte anhand der vorhandenen Situation entschieden werden.
- Geschirmte Lampen und Kabel: Speziell ausgeführte Produkte können bestimmte elektrische Felder reduzieren. Wichtig sind die richtige Auswahl und eine fachgerechte Installation.
- Netzabkoppler einsetzen: Ein Netzabkoppler kann einen dafür geeigneten Stromkreis abschalten, sobald keine elektrische Last mehr anliegt. Ob das für Ihr Schlafzimmer sinnvoll ist, sollte durch eine Elektrosmogmessung festgestellt werden.
- Elektroinstallation rechtzeitig planen: Bei einem Neubau oder einer umfassenden Sanierung können Sie die Anordnung von Leitungen und Geräten frühzeitig berücksichtigen und baubiologische Aspekte in die Planung einbeziehen.
- Vor einer Sanierung messen lassen: Eine Elektrosmogmessung hilft dabei, mögliche Quellen zu lokalisieren und die Ausgangssituation einzuschätzen. So können Sie gezielter entscheiden, welche Veränderungen notwendig sind.
- Abschirmungen sorgfältig planen: Spezielle Wandbeschichtungen, Abschirmvliese oder Vorhänge können bestimmte hochfrequente Felder abschwächen. Die Wirksamkeit hängt von den verwendeten Materialien und der fachgerechten Ausführung ab. Auch mögliche Schwachstellen und Öffnungen sollten berücksichtigt werden.
Nach dem Einbau einer Abschirmung kann eine erneute Messung zeigen, wie sich die Feldwerte verändert haben. Bei abgeschirmten Räumen sollte außerdem auf den Mobilfunkempfang geachtet werden, da ein schwaches Signal dazu führen kann, dass das Smartphone seine Sendeleistung erhöht.
Elektrosmog messen lassen und passende Schutzmaßnahmen finden
Welche Maßnahmen in Ihrem Zuhause sinnvoll sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend ist, welche elektromagnetischen Felder tatsächlich vorhanden sind, woher sie kommen und wie stark sie am jeweiligen Aufenthaltsort gemessen werden.
Mit einer professionellen Elektrosmogmessung unterstütze ich Sie dabei, die Situation in Ihren Wohnräumen besser einzuschätzen. Anschließend können wir besprechen, welche Maßnahmen für Ihre individuelle Situation geeignet sind.
Möchten Sie wissen, welche elektromagnetischen Felder an Ihrem Schlafplatz oder in Ihrer Wohnung vorhanden sind?